Belastungsgrenze ist erreicht – Kuren für pflegende Angehörige

Gemeinsames Beratungsangebot für pflegende Angehörige, die eine Kur brauchen: Sabine Lohmann (links) und Sabine Burkhardt-Kropp

Paderborn. Etwa zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen werden von ihren Angehörigen oder anderen Bezugspersonen zu Hause gepflegt. Diese oft unterschätzte Belastung bleibt nicht ohne Folgen: Pflegende Angehörige sind oftmals körperlichen, psychischen, finanziellen und sozialen Belastungen ausgesetzt; eigene Bedürfnisse müssen hinten anstehen – und das auch ohne Corona-Pandemie.

„Die Leute sind erschöpft“, sagt Sabine Lohmann, Kurberaterin beim Caritasverband Paderborn. „Die Belastungsgrenzen bei vielen erreicht.“ Vor der Corona-Pandemie konnten die Pflegebedürftigen die Tagespflege besuchen, Enkel, Nachbarn oder Ehrenamtliche unterstützten die Angehörigen. „Das fiel mit dem Beginn der Pandemie dann alles weg“, so Lohmann. Die Kurberaterin rät erschöpften Angehörigen deshalb, sich wegen einer Kurmaßnahme beraten zu lassen. „Eine Kurmaßnahme kann pflegenden Angehörigen die dringend benötigte Erholung bringen und helfen, ihre Gesundheit zu erhalten. Dann können diese gestärkt wieder dem Alltag begegnen.“

Da die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken unter Beachtung eines Hygienekonzeptes  wieder öffnen dürfen, könne man ab sofort auch wieder Kurmaßnahmen beantragen, so Sabine Burkhardt-Kropp, die gemeinsam mit Sabine Lohmann bei der Beantragung auf Wunsch hilft. Die Beraterinnen unterstützen auch dabei, die Versorgung des Angehörigen während der Kur sicherzustellen. In einigen Kliniken besteht die Möglichkeit den Pflegebedürftigen mitzunehmen oder in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung in der Nähe  unterzubringen. Eine Versorgung in der häuslichen Umgebung oder einer Kurzzeitpflegeeinrichtung am Wohnort ist auch möglich.

Pflegenden Angehörigen ist häufig nicht bekannt, dass sie eine Kur – eine stationäre Vorsorge- und Reha-Maßnahme – in Anspruch nehmen können, um ihre Gesundheit und Pflegefähigkeit zu erhalten. Die ganzheitliche medizinische Maßnahme dient der körperlichen und seelischen Stärkung und berücksichtigt die individuelle Situation des Pflegenden.

„In unserer Beratungsstelle erhalten Sie Informationen zu allen Fragen der Beantragung einer Kur, zur Klärung der Versorgung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen, zu Fragen der Finanzierung der Kur und zur Auswahl der Klinik“, verspricht Kurberaterin Lohmann.

Speziell dafür qualifiziert wurden sie und ihre Kolleginnen und Kollegen in den Kurberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Projekts „Zeit & Erholung für pflegende Angehörige in NRW – Kurberatung für pflegende Angehörige“, welches vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

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Auch ist Telefon- oder Videoberatung möglich!

Sabine Lohmann und Sabine Burkhardt-Kropp

Di u. Do: 8.30-16.00 Uhr und nach Vereinbarung

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