Weitere Aufnahme von unbegleitete Flüchtlingen

 – Caritasverband Paderborn unterstützt Forderung des Flüchtlingsbeauftragten

Flüchtlinge
Flüchtlinge ©Lydia Geissler – stock.adobe.com

Mit seiner Forderung, Deutschland und die anderen EU-Staaten sollen weitere unbegleitete Flüchtlinge und andere besonders gefährdete Personen aus den griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen, stieß der Flüchtlingsbeauftragte des Erzbistums Paderborn, Domkapitular Dr. Thomas Witt, beim Caritasverband Paderborn auf breite Zustimmung. Wie auch Dr. Witt begrüßt der Verband die Aufnahme von 50 Kindern und Jugendlichen am vergangenen Samstag – dabei könne es allerdings nicht bleiben.

Die Caritas im Kreis Paderborn verweist dabei auch auf einen dringenden Appell des Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, Dr. Peter Neher, der u.a. insbesondere auf die dramatische Situation auf der griechischen Insel Lesbos hingewiesen hatte.

„Für uns ist die Aufnahme von Kindern und weiteren vulnerablen Personen aus den griechischen Lagern aus drei Gründen notwendig“, so Martin Strätling, Leiter des Caritas-Migrationsfachdienstes MiCado.

Vor allem ginge es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Viele der Flüchtlinge seien erheblich traumatisiert und das Leiden wie auch die traumatischen Erfahrungen gingen in Griechenland weiter. Jedoch dürfe es nicht zu Trennungen von Familienangehörigen kommen.

Des Weiteren sei gerade in der jetzigen Situation internationale Solidarität mit Menschen, die besonders durch die Covid-19 – Pandemie bedroht sind, das Gebot der Stunde. Viele Kinder seien vorerkrankt, litten an Mangelerscheinungen und Infektanfälligkeit. Es sei mit dem Kindeswohl nicht zu vereinbaren, diese jungen Menschen weiterhin den desolaten Verhältnissen in den dortigen Lagern auszusetzen.

Aufnahme von Kindern ein Akt der Solidarität

Und schließlich handle es sich bei der Aufnahme der Kinder und Jugendlichen um einen Akt der Solidarität mit dem europäischen Bündnispartner Griechenland, der, auch durch die eigene ökonomische  Situation, unter erheblichem Druck stehe.

„Wenn Kinder nach Paderborn kommen, werden wir hier in unserem Rahmen gute Lösungen finden“, so Martin Strätling. „Als Migrationsfachdienst werden wir den Kindern psychosoziale Unterstützung bieten, sie in gute bestehende Netzwerke integrieren und gemeinsam mit der Koordinierungsstelle der Stadt, ehrenamtliche Unterstützung – wo erforderlich – auf den Weg bringen.“

Die aufnehmenden Familien, Pflegefamilien und Jugendhilfeeinrichtungen würden durch den Verband ebenso unterstützt und beraten wie die verantwortlichen Jugendämter.

„Gemeinsinn und Solidarität sind die große Stärke der Region“, ist sich Martin Strätling sicher. „Wir haben hier schon ganz andere Dinge geschafft.“

MiCado ist auch in der Phase der Kontaktsperre während der üblichen Geschäftszeiten unter besonderen Hygienevoraussetzungen beraterisch tätig und vollumfänglich erreichbar. Tel. 05251 8891220, micado@caritas-pb.de.

Gemeinsam solidarisch – auch finanziell

Der Caritasverband Paderborn unterstützt, gemeinsam mit weiteren Caritasverbänden, die Caritas Hellas finanziell durch Spenden bei ihren umfänglichen Aufgaben in der Betreuung der Flüchtlinge vor Ort. Spontan haben sich mehr als 20 Orts- und Kreiscaritasverbände zu dieser solidarischen Geste entschlossen.